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- Geboren in Bielefeld - Algarve - ihr Zuhause - Autorin - ich mache was mit Texten - Lesen Sie weiter auf: www.catringeorge.com

Freitag, 25. November 2011

KINO: Botero - born in Medellín


 Filmvorschau: 

BOTERO – born in Medellín

Der Film erzählt die Lebensgeschichte und den beruflichen Werdegang des Künstlers Fernando Botero und entführt den Zuschauer in eine künstlerisch sinnliche Welt der für Botero charakteristischen Ästhetik der Üppigkeit.

Sonntag, 20. November 2011

ALFA im Wandel


Nachlese – ALFA die 77. am Dienstag, 15. November 2011

Liebe Alfans,
das 77. Literaturtreffen von ALFA stand unter einem ganz besonderen Stern. Barbara Fellgiebel moderierte souverän durch das bunt gemischte Programm und verabschiedete sich gleichzeitig für die folgenden Monate von ALFA und von Algarve. Sie hat eine neue Aufgabe in Schweden übernommen und wird sich dort der Herausforderung stellen, den ALFA Gedanken neu zu sähen.
Der ALFA Gedanke? Was ist das? 

Knolle mit KULTstatus


Herbstzeit! Algarve bereitet sich für die kalte Jahreszeit vor. Brennholz wird bestellt und der Grill weggeräumt - Topfgerichte haben Saison. In Aljezur laufen die alljährlichen Vorbereitungen auf Hochtouren für das:

Festival der Süßkartoffel – O Festival de Batata Doce

Die Einen naschen Süßkartoffeln zu deftigsüßen Chips geschnitten als Fingerfood und dippen sie in Ingwercoulis oder Wasabidipp ein. Andere hingegen finden Süßkartoffel als Pommes Frîtes zu Rindercarpaccio genossen oder mit phantasievollen Quarkkreationen als Folienkartoffel gelöffelt, total hip.
Aljezur jedenfalls hat die Knolle in Algarve und mittlerweile Gesamt Portugal zum KULTStatus erhoben - egal wie sie zubereitet und verzehrt wird. Mit oder ohne Schale, geschmort, gesotten, frittiert, gekocht, gebacken, zu Püree verarbeitet oder in kaum zählbarer köstlicher Vielfalt in der Konditorei zu Gebäck, Kuchen und Torten weiter verarbeitet. Hauptsache die Knolle kommt aus Aljezur, verpackt in ihre unvergleichlich sinnlich rote Schale, im Inneren gelborangefarbenes Fruchtfleisch.
Alle Jahre wieder Anfang Dezember und in diesem Jahr sogar gleich vier Tage lang, wird in Aljezur der Süßkartoffel und dem Kunsthandwerk gehuldigt.
In der neuen Allzweckhalle (complexo multiuso) von Aljezur stellen Hand- und Kunsthandwerksbetriebe ihre Schöpfungen aus. Der Besucher begegnet authentisch hergestellten Algarve Produkten im Überfluss. Zum Beispiel: Schmiedekunst, Schnitztechnik, Töpferarbeit, Klöppelzeug, Lederwaren, Webteppiche, Wollbekleidung, Korbwaren und vieles mehr. Neben Kunsthandwerk klären allgemeinnützige Organisationen und Tourismus Erlebnisanbieter an weiteren Ständen über ihre Tätigkeiten auf. Bei diversen Ausstellern wie Weinkellereien und Medronho Herstellern kann man edle Tröpfchen und Hochprozentiges kosten und kaufen. In der weitläufigen Halle fechten außerdem noch Zuckerbäcker öffentlich ausgeschriebene sowie ihren eigenen Wettkämpfe aus. Wer hat die schönsten, die raffiniertesten, die leckersten Süßkartoffelkonditoreikreationen gebacken? Die Auswahl ist verführerisch breit! Am Besten, Sie entscheiden sich für ein Take Away Päckchen und freuen sie noch Tage später über das nicht alltägliche Naschwerk aus Aljezur.
Das Festival de Batata Doce ist eine Veranstaltung, die besonders Produkte der Region und deren Hersteller in den Fokus des Festivals rückt. Somit wundert es kaum, dass auch die Produkte der angebotenen Apicultura (Imkerei), Doces (Marmeladen), Aguardentes e Liqueres (Branntweine und Liköre), und andere, samt und sonders aus der unmittelbaren Umgebung von Aljezur stammen.
Das Festival  ist ein weiteres gelungenes Konzept unter der Schirmherrschaft der Gemeinde Aljezur, das sich mittlerweile nicht bloß als feste wirtschaftliche Stütze der Region etablieren konnte, sondern nachhaltig Einfluss auf kleinere und größere Herstellerbetriebe vor Ort nimmt. Der regionale Handel wird ganzjährig tatkräftig unterstützt. Mit Marketing Strategien der Lokalpolitiker und ansässigen Umweltorganisationen - und von Ihnen: den Kunden. 
Die Atmosphäre beim Süßkartoffelfest  ist spürbar familiär und kommunikativ geprägt. Man schaut nicht mal nur eben durch die Hallen, trinkt ein Imperial, isst eine Bifana und geht dann wieder heim. Nein, der Besucher hält sich auf, nutzt die Zeit und die Gelegenheit für einen Plausch an egal welchem Stand. Man führt Schwätzchen, unabhängig davon, ob man sich kennt oder kaum kennt, denn irgendwie kennt sich ja doch jeder ein bisschen. Es wird gefeilscht, in verschiedenen Sprachen radegebrochen, gekauft und getauscht.
In dem Teil der Halle, in dem die Restaurants untergebracht sind, wuselt es ab halb ein Uhr mittags stetig mehr. Jeder Platz wird besetzt. Man setzt sich einfach dazu und schließt neue Bekanntschaften. Es wird geschmaust und geredet, gelacht und das Zusammensein genossen. Kellner/Innen und Kinder sausen umher, die Luft ist erfüllt von Düften aus großen Töpfen und Backrohren. In Kühlvitrinen türmen sich tagesfrische Muscheln, Scampi und Krustentiere. Das Speisenangebot ist verlockend groß. Vielleicht sollte man zum Abendessen noch mal kommen - oder morgen - oder einen Sack Aljezur Knollen mit nach Hause nehmen und selbst experimentieren? 
Hm, so viele Alternativen. Am besten gleich hinfahren.

Donnerstag, 1. Dezember bis Sonntag, 4. Dezember in der Multifunktionshalle von Aljezur - Do-Sa von 12-24 Uhr, So von 12-21 Uhr ( www.cm-aljezur.pt )
Zubereitungstipps finden Sie im Seitenmenüpunkt "Kulinarisches von Catrin kocht..." rechts.

Donnerstag, 15. September 2011

Reisen bildet...

Gehört auf dem Flughafen in Faro (14.09.11), Mittwoch früh, acht Uhr: "Hallo Frollein, ich hätt`gerne einen kleinen Kaffee und für meine Frau einen großen Kaffee mit Milch bitte."


Reisen bildet, behauptet der Volksmund. Kann ich  bestätigen. Der Reisende lernt neue Menschen, andere Lebensgewohnheiten und Umstände, andere Eßgewohnheiten, gar fremde Kultur und Religionen kennen. Der demokratische Mensch von heute nutzt seine vom Grundgesetz festgelegten Rechte auf freies Reisen. Und er möchte bitte und bittschön überall willkommen geheißen werden. Schließlich läßt er sein schwer erarbeitetes Geld dort und verhilft dem jeweiligen Bruttoinlandsprodukt zu mehr Wohlstand. 
Wie groß dieses Bedürfniss nach Willkommenheit manchmal sein kann, irritiert mich hin und wieder schon und auf jeder meiner Reisen, egal wohin.  


"Schnitzel mit Pommes ham se wohl nicht?", rümpft er die Nase. "Pscht", zischt sie peinlich berührt. "Wie sind hier doch nicht daheim."
Eben! Wenn Sie also auch dazu neigen sollten, in einem anderen Land die gleichen Speisen wie daheim vorauszusetzen, könnte es unter Umständen einen Gedanken wert sein, den nächsten Urlaub daheim zu verbringen und schon lang geplante Ausflüge in die nähere Umgebung zu unternehmen.


"Ihh, der Fisch hat ja noch Kopf und Schwanz", gehört in die Kategorie ebenso oft gehörter Kommentare wie:
"Bäh, wer isst denn sowas?"
Sowas sind köstliche Gaumenkitzel in der Muschel oder Kruste. Banausen, möchte man da am Liebsten schreien, übt sich hingegen in Toleranz, schließlich gesteht man jedem ein Recht auf eigenen Geschmack zu. (Selbst dann noch, wenn man umgekehrt keine erfährt)


Ein weiteres häufig von mir beobachtetes Phänomen ist das Einkaufsverhalten deutscher Landsleute auf Urlaub im Algarve.  Selbstcaterer und Reisemobilisten gehen zu ALDI und LIDL. Aber was wäre, wenn es die beiden Supermarktgiganten im Algarve gar nicht gäbe? Nicht auszudenken, ein Urlaub ohne saure Gurken, Nürnberger Rostbratwürstchen, Sauerkraut, und  Schwarzbrot in Scheiben, fest zusammengepappt und eingeschweißt von..., Sie wissen schon, welcher Hersteller.


Hm, bin ich zu streng in meiner Betrachtung? Vielleicht. Wenn Heerscharen Portugiesen aus Lissabon, Nordportugal und Frankreich im August einfallen, ist durchschnittlich jedes dritte Auto bis unters Dach vollgestopft. Doch längst nicht nur mit Koffern und Strandutensilien, Babykarre und Schlauchboot. Nein. In jedem noch so kleinen Zwischenraum sind Lebensmittel gestopft worden. Merkwürdig. Wissen die lieben portugieischen Landleuten denn noch gar nicht, dass Algarve DAS Einkaufsparadies Nummer Eins in Portugal ist?


Aber zurück zu uns deutschen Reisenden. Lassen wir  Schnitzel, tote Fische und eklige Viecher mal außen vor. Was mich vielmehr stutzen läßt, ist die allgemein verbereitete Annahme, im Algarve verstünde jeder deutsch - und bestellt seinen Kaffee auf deutsch - nicht bloß am Flughafen in Faro.
Nun stellen Sie sich einmal vor, ein Portugiese auf Urlaub in Deutschland käme in ihre Stammkneipe und würde beim Wirt folgende Bestellung aufgeben: "Olhe, quero um Café com leite para a minha mulher. Para mim pode ser uma bica pingada, e mais um copo de agua, se faz o Favor."
Was der Wirt sich da wohl denken würde? 


    

Donnerstag, 8. September 2011

Stimmungswechsel


8. September 2011

Portugiesen und Deutsche unter einem Dach


Ein paar persönliche Worte vorweg: In den vergangenen Wochen habe ich mich öfter über portugiesische Journalisten geärgert, die in der Tagespresse Worte wie Hitler, drittes Reich, wirtschaftliche Übermacht und ähnliche Begriffe in ihren teilweise polemisch angehauchten Artikeln verwendet haben, bevorzugt im Zusammenhang mit der europäischen Finanzpolitik und ins Besondere mit Deutschland und unserer Kanzlerin. Mich beschlich das Gefühl, die portugiesische Presse benutze ihre mediale Macht, um ihren Lesern Gedanken und undifferenziertes Stigma  in die Köpfe zu streuen. Ein nicht ungefährliches Spiel. Glauben die meisten Leser tatsächlich und kritiklos alles, was in der Presse veröffentlicht wird.
Um so schlimmer, weil dadurch Selbsterkenntniswege unterbrochen wenn nicht sogar gänzlich gestoppt werden. Das portugiesische Volk täte gut daran, aus eigenen Fehlern zu lernen und es in Zukunft anders anpacken zu wollen, anstatt wie eh und je, die Schuld für gegenwärtige Situationen egal welcher Art, in dem Fall ist es eben der zu erwartende Staatsbankrott, anderen in die Schuhe schieben zu wollen. Und das Deutschland die finanzielle Hilfe für Portugal (im Übrigen ja nicht nur) in nicht unerheblicher Höhe gründlich abwägt, darf man einem Land, was über die Hälfte der Verantwortung für Gesamt Europa trägt, doch hoffentlich noch zugestehen. Aus diesem Grund freut es mich sehr, dass die von mir wertgeschätzte Schriftstellerin Lidia Jorge, Portugiesin mit Herz, Verstand und Seele, diese Missklänge in der Öffentlichkeit, ausgelöst durch Presse und Politikerstimmen, auf den Tisch des Tagesgeschehens in einer der meist gelesenen Tageszeitung Portugals gebracht hat.


Steckbrief: Lidia Jorge, Schriftstellerin, geboren im Algarve, lebt in der Nähe von Albufeira. Ihre Werke wurden bereits in viele Sprachen übersetzt und erscheinen in Deutschland unter anderem im Suhrkamp Verlag.
Lidia Jorge schreibt außerdem und regelmäßig Gastkommentare und veröffentlicht Essays mit kritischem Blick auf die Gesellschaft unter anderem in der Tageszeitung Journal Publico.

Ihr zuletzt erschienener Gastkommentar: „Alemães em nossa Casa“, ist ein persönlich geformter Essay über das Zusammenleben zwischen Portugiesen und deutschen Residenten sowie ein Aufruf an die Bevölkerung, sich NICHT von der allgemeinen öffentlichen Meinungsmache gegen Deutschland in der portugiesischen Tagespresse beeinflussen zu lassen.

Meiner Meinung nach bringt Lidia Jorge verbale Ausrutscher aus der portugiesischen Tagespresse bezüglich auf uns Deutsche und ins Besondere über unsere Kanzlerin Frau Angela Merkel, nicht nur wunderbar auf den Punkt, sondern berührt zudem das Phlegma des Volkes. Und nicht nur des eigenen.

Alemães na nossa Casa 

(Journal Público, 3.September 2011 - uma crónica by Lidia Jorge) Interpretiert und übersetzt von Catrin George


Auf meinem Schreibtisch steht eine Skulptur. Eine kleine rundlich geformte Frau, beide Arme in die Höhe gestreckt, auf nur einem Bein stehend und ganz in Rot. Welch Grazie, welch Balance.

Sonntag, 4. September 2011

Mit herzlichen Grüßen...

Liebe Empfänger,

"Algarve im Fokus" gibt es nun öfter und direkt an Euch/Sie.

Herzliche Grüße und bis bald,
Catrin George